Hier werden fortlaufend die Sitzungen zusammengefasst:
1. Sitzung 5.1.2018
Erstes Treffen, Kennenlernen, Wünsche etc.
- Kennenlernen, Motivationen
- Was meinen wir mit „Marx kritisch lesen“?
- Keine Neutralität vorgaukeln
- Befähigung dazu, unterschiedliche Lesarten erkennen und gegeneinander diskutieren zu können
- Grober Vorschlag für Ablauf für kommende Sitzungen (s. Leseplan)
- Überblick über Marx Werk: In welcher Zeit schrieb Marx, worauf bezieht er sich? (s. Inputs)
- Input philosophiegeschichtlich: Marx‘ wissenschaftliche Revolution
- Von Hegel zu Marx
- Vom Denken/Ideen hin zu Praxis/wirklicher Tätigkeit
- Wesen und Erscheinung
2. Sitzung 12.1.2018
Die Ursprüngliche Akkumulation (UA) 24. Kapitel
- “Diese ursprüngliche Akkumulation spielt in der politischen Ökonomie ungefähr dieselbe Rolle wie der Sündenfall in der Theologie. Adam biß in den Apfel, und damit kam über das Menschengeschlecht die Sünde. Ihr Ursprung wird erklärt, indem er als Anekdote der Vergangenheit erzählt wird. In einer längst verfloßnen Zeit gab es auf der einen Seite eine fleißige, intelligente und vor allem sparsame Elite und auf der andren faulenzende, ihr alles und mehr verjubelnde Lumpen. Die Legende vom theologischen Sündenfall erzählt uns allerdings, wie der Mensch dazu verdammt worden sei, sein Brot im Schweiß seines Angesichts zu essen; die Historie vom ökonomischen Sündenfall aber enthüllt uns, wieso es Leute gibt, die das keineswegs nötig haben. Einerlei. So kam es, daß die ersten Reichtum akkumulierten und die letztren schließlich nichts zu verkaufen hatten als ihre eigne Haut. Und von diesem Sündenfall datiert die Armut der großen Masse, die immer noch, aller Arbeit zum Trotz, nichts zu verkaufen hat als sich selbst, und der Reichtum der wenigen, der fortwährend wächst, obgleich sie längst aufgehört haben zu arbeiten. […] In der wirklichen Geschichte spielen bekanntlich Eroberung, Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt die große Rolle. In der sanften politischen Ökonomie herrschte von jeher die Idylle. Recht und “Arbeit” waren von jeher die einzigen Bereicherungsmittel, natürlich mit jedesmaliger Ausnahme von “diesem Jahr”. In der Tat sind die Methoden der ursprünglichen Akkumulation alles andre, nur nicht idyllisch.” (MEW 23: 741f.)
- Vor der UA: Subsistenzproduktion, Kleinbauern, Handwerk (Zünfte), persönliche Abhängigkeits- und Verpflichtungsverhältnisse (Feudalherren), Gemeindeland, Kirchenbesitz.
- Durch die UA: Umwandlung von Acker- in Weideland / Auf der einen Seite: Enteignung der Bauern, sie erlangen doppelte ‘Freiheit’ (von Produktionsmitteln und Leibeigenschaft) und verlieren dadurch ihre Subsistenz, weshalb sie gezwungen sind gegen Lohn zu arbeiten. / Auf der anderen Seite entsteht Privateigentum an Boden und Produktionsmitteln (Kapital) in den Händen weniger. Für die beginnen die ehemaligen subsistenten Bauern zu arbeiten um Lohn für ihr Überleben zu bekommen.
- Methoden der UA: “So wurde das von Grund und Boden gewaltsam expropriierte, verjagte und zum Vagabunden gemachte Landvolk durch grotesk-terroristische Gesetze in eine dem System der Lohnarbeit notwendige Disziplin hineingepeitscht, -gebrandmarkt, -gefoltert. […] Im Fortgang der kapitalistischen Produktion entwickelt sich eine Arbeiterklasse, die aus Erziehung, Tradition, Gewohnheit die Anforderungen jener Produktionsweise als selbstverständliche Naturgesetze anerkennt. Die Organisation des ausgebildeten kapitalistischen Produktionsprozesses bricht jeden Widerstand, die beständige Erzeugung einer relativen Übervölkerung hält das Gesetz der Zufuhr von und Nachfrage nach Arbeit und daher den Arbeitslohn in einem den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entsprechenden Gleise, der stumme Zwang der ökonomischen Verhältnisse besiegelt die Herrschaft des Kapitalisten über den Arbeiter. Außerökonomische, unmittelbare Gewalt wird zwar immer noch angewandt, aber nur ausnahmsweise. Für den gewöhnlichen Gang der Dinge kann der Arbeiter den “Naturgesetzen der Produktion” überlassen bleiben, d.h. seiner aus den Produktionsbedingungen selbst entspringenden, durch sie garantierten und verewigten Abhängigkeit vom Kapital.” (MEW 23: 765)
- Kolonialismus: “Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingebornen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. […] Die verschiednen Momente der ursprünglichen Akkumulation verteilen sich nun, mehr oder minder in zeitlicher Reihenfolge, namentlich auf Spanien, Portugal, Holland, Frankreich und England. In England werden sie Ende des 17. Jahrhunderts systematisch zusammengefaßt im Kolonialsystem, Staatsschuldensystem, modernen Steuersystem und Protektionssystem. Diese Methoden beruhn zum Teil auf brutalster Gewalt, z.B. das Kolonialsystem. Alle aber benutzten die Staatsmacht, die konzentrierte und organisierte Gewalt der Gesellschaft, um den Verwandlungsprozeß der feudalen in die kapitalistische Produktionsweise treibhausmäßig zu fördern und die Übergänge abzukürzen. Die Gewalt ist der Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht. Sie selbst ist eine ökonomische Potenz.” (MEW 23: 779)
3. Sitzung 19.1.2018
Darstellungsproblem, Methode und philosophischer Hintergrund von Marx’ Kapital
Input (siehe Inputs)
Kleingruppen- und anschließende Plenumsdiskussion zum ersten Satz:
“Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine “ungeheure Warensammlung“, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.” (MEW 23: 49)
Reichtum ist historisch spezifisch. Vor dem Kapitalismus besteht er in dem Ausmaß der materiellen (eine Menge an Produkten) Möglichkeit menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Im Kapitalismus erscheint er als ungeheure Warensammlung. Der Reichtum besteht also nicht mehr nur darin menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, sondern in der spezifischenn Form der Produkte Waren zu sein. (Was das bedeutet klären wir in der vierten Sitzung.)
etwas ‘erscheint’: es hat eine empirische Wirklichkeit. Der Stuhl ist tatsächlich da, ich kann mich draufsetzen. Ist der Stuhl eine Ware, dann verbirgt er allerdings ein Wesen, ein gesellschaftliches Verhältnis, das man ihm nicht ansehen, empirisch nicht erfassen kann.
etwas ‘scheint’: es ist nicht wirklich so, wir täuschen uns.
4. Sitzung 26.1.2018
Der Gebrauchswert der Ware
Kleingruppen- und anschließende Plenumsdiskussion zu S.49 – 50
Ergebnisse: siehe Begriffsbestimmungen
5. Sitzung 02.02.2018
Vom Tauschwert zum Wert
Input zum Argumentationsgang (siehe Inputs)
Kleingruppen- und anschließende Plenumsdiskussion zu S.50 – 55
Ergebnisse: siehe Begriffsbestimmungen
6. Sitzung 09.02.2018
Der Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit
Kleingruppen- und anschließende Plenumsdiskussion zu konkrete und abstrakte Arbeit, Substanz, Wertgröße
7. Sitzung 16.02.2018
Der Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit
Plenumsdiskussion zu konkrete und abstrakte Arbeit, Substanz, Wertgröße, einfacher, komplizierter Arbeit, gesellschaftlicher Arbeitsteilung, Produktivkraftsteigerung.
Ergebnisse: siehe Begriffsbestimmungen
Schaublid zum Doppelcharakter

8. Sitzung 23.02.2018
Nochmal Doppelcharakter der Arbeit: Produktivkraftsteigerung und Krisentheorie

S. 60/61: Wenn die Produktivkraft steigt – und das tat und tut sie in der Regel in den letzten paarhundert Jahren – dann…
– wächst auf gesellschaftlicher Ebene erstens der Stoffhaufen (linke Seite auf dem Bild), denn in gleichviel Arbeitszeit kann vielmehr produziert werden…
– während in der einzelnen Ware dann immer weniger Wert steckt (sofern man davon ausgeht, dass in der Ware überhaupt Wert steckt, das stimmt nämlich nicht, aber das diskutieren wir später) bzw. während gesamtgesellschaftlich in der Tendenz die Wertblase schrumpft (und nur auf diese rechte Seite im Bild kommt es im Kapitalismus ja an)
Wir haben versucht, das weiterzudenken und dabei die Krisentheorie angerissen: Worauf läuft das in der Tendenz hinaus? Was passiert mit der Notwendigkeit von Arbeit, wenn die Produktivkraft und die Verwissenschaftlichung der Produktion voranschreiten – wird Arbeit dann überflüssig? Wenn aber die Gesellschaft auf Wert beruht, der wiederum auf Arbeit beruht, hört Kapitalismus dann irgendwann auf?
Dabei wurde nochmal die “Zwischlächtigkeit” oder Schizophrenie deutlich, die sich durch die Kategorien zieht: Konkrete versus abstrakte Arbeit, die sich dann in Stoffhaufen versus Werthaufen spiegelt; Gebrauchswert versus Tauschwert.
Die Wertform oder der Tauschwert – aka Wertformanalyse
Danach haben wir uns vergegenwärtigt, was das Kapitel der Wertformanalyse eigentlich soll…

Marx will das Geldrätsel lösen. Während schon Ricardo und Smith kapitert haben, dass Arbeit die notwendige Grundlage dafür ist, dass getauscht werden kann, stellt sich Marx die Aufgabe zu erklären, warum der Wert nun aber genau diese Form des Geldes annimmt. Wir haben 2 empirisch fassbare Dinge als Voraussetzung: Dinge mit Nützlichkeit (ein Fahrrad z. B.) und das Geld – beides können wir sogar anfassen. Zwischen diesen beiden klafft eine empirisch nicht fassbare Lücke. Diese wird überbrückt mithilfe der zwei Brückenpfeiler “abstrakte Arbeit” und “Wert”. Ding/Nützlichkeit haben wir im 1. Kapitel getroffen (s. Gebrauchswert); abstrakte Arbeit im 2. Kapitel; und dass es den Wert gibt, wissen wir auch schon seit dem 1. Kapitel. Jetzt im 3. Kapitel treffen wir den Tauschwert wieder, weil wir wissen wollen, wie es vom Wert (unfassbar) zum Tauschwert (fassbar) kommt. Eigentlich geht es dabei noch um viel mehr: Marx will nämlich eigentlich auch klären, wie es von der ARBEIT zum Wert und damit im Grunde von der ARBEIT zum Geld kommen kann.
Für “A-die einfache Wertform” haben wir bisher festgehalten:

Die 3 Eigentümlichkeiten der Äquivalentform beschäftigen uns das nächste mal, die sind sehr wichtig.
9.Sitzung 02.03.2018
Die Wertform oder der Tauschwert – aka Wertformanalyse
Wir haben die Übergänge von der einfachen zur totalen zur allgemeinen Wertform zur Geldform besprochen – was im Kapital die Abschnitte A, B, C und D sind. Bevor wir in die Tiefe gehen können, haben wir uns jetzt also einen Überblick über das Kapitel erarbeitet, über den Gang der Argumentation. Eine wesentliche Sache mussten wir uns vergegenwärtigen: Wir befinden uns im Kapitalismus und nur für diesen gilt diese Wertformanalyse. Das heißt: Abschnitt A ist nicht, was die Römer gemacht haben oder so und Abschnitt C dann irgendwann in der industriellen Revolution und D dann um 1850. SO IST ES NICHT GEMEINT, auch wenn Marx auf S. 80 zu so einer Interpretation ein wenig einlädt (Achtung: Marx kritisch lesen;-)). Stattdessen macht Marx einen “Freeze” des damaligen – bereits kapitalistischen – Status quo und seziert diesen. Auch er hatte bereits, wie wir heute, D als Realität vor Augen: wir versuchen im Supermarkt nicht ne alte CD gegen Käse zu tauschen, sondern geben dem Kassierer Geld. Aber anders als die bürgerlichen Ökonomen nimmt Marx das nicht einfach als Ausgangspunkt oder Tatsache hin, sondern fragt wie es zu D logisch überhaupt kommt. Er seziert also D und weist nach, dass D nichts anderes ist als A, dann B, dann C.
Zusätzlich haben wir uns das Verhältnis von logischer und historischer Darstellungsweise in der Wertformanalyse (vgl. S.80) angeschaut, wo Marx historische Andeutungen macht, und dabei kurz erwähnt wie das die verschiedenen Lesarten handhaben: Für die traditionell-marxistische Lesart mit ihrem teleologischen Geschichtsverständnis entspricht die logische Darstellungsweise der historischen Abfolge (also: Ganz früher gab es schon A, dann wurde die Gesellschaft komplexer und es gab B und dann C und dann haben sich die Produktivkräfte so krass entwickelt, dass es zu D kommen musste). Der Neuen Marxlektüre kommt es eher nur auf die logische Entwicklung der Wertform zur Geldform an, ihr historisches Zustandekommen interessiert sie nicht, was ihrem wenig ausgeprägten Interesse am historischen Entstehungs-/Konstitutionsprozess des Kapitalismus entspricht. Die Wertkritk hingegen betrachtet sowohl die logische als auch die historische Analyse, sagt aber dass diese gegenläufig waren, es sich historisch also anders zugetragen hat als es sich logisch darstellt, was ihrem kontingenten Geschichtsverständnis entspricht.
Die 3 Eigentümlichkeiten sind noch nicht geklärt worden, nächstes Mal dann aber wirklich. 🙂 Und geklärt ist auch noch überhaupt nicht abschließend, was Marx mit dem Kapitel eigentlich ja verpricht: Warum in aller Welt nimmt der Wert nun genau diese Form des Geldes an (das haben wir immerhin halb geklärt) UND wie genau hängt nun “Arbeit” mit dem Geld zusammen (das fällt nämlich meistens ziemlich unter den Tisch, ist aber wesentlich!)?
Die ausgefüllte Tabelle findet ihr bei den Begriffsbestimmungen.
10. Sitzung 09.03.2018
… Fortsetzung Wertformanalyse
Wir haben uns nochmal die Übergänge von A zu B zu C zu D klargemacht. Wichtig ist hier festzuhalten: Das ist in erster Linie eine logische Darstellung. Wir finden bereits die fertige Gesellschaft vor, in der D herrscht, nämlich die Geldform. Nun ist es wichtig sich klarzumachen: Es gibt die Form A nur weil es D gibt und umgekehrt macht D nur (!!) Sinn, wenn man es über A, B und C herleitet. Das ist also ein rüttelfester Zusammenhang.

Außerdem ist es wichtig sich klarzumachen (das hat zuerst Hans-Georg Backhaus problematisiert und später Robert Kurz): Es mag aus dem Kapitel der Wertformanalyse nicht mehr so gut erkennbar sein (Marx hat das immer wieder krass überarbeitet und einige sagen: verhunzt), aber es geht hier um eine Totalität des Wertbegriffs: Es geht nicht nur um die Frage “wie wird der Wert zum Tauschwert zum Geld”, sondern die Preisfrage ist: “Wie wird die ARBEIT zum Wert zum Tauschwert zum Geld”. Die Arbeit ist also NICHT etwas, was der ganzen Sache zeitlich oder logisch vorgelagert ist – nach dem Motto “na gut, erstmal arbeiten die Leute unschuldig vor sich hin und – ups – auf dem sogenannten Markt im sogenannten Tausch kommt der böse Wert hinzu und verwandelt die Arbeitsprodukte.” Nee, nee!

Das Geld nimmt einen DINGLICHEN Schein an. Dies leitet Marx aus der Eigentümlichkeit der Äquivalentform her. Das ist wichtig! Der Rock scheint nämlich eine dingliche Eigenschaft zu besitzen, nämlich Wert zu haben. Dabei ist in Wahrheit der Wert Resultat eines gesellschaftlichen Verhältnisses und nicht einer Eigenschaft des Rocks. Und welches gesellschaftliche Verhältnis ist das? Siehe 3. Äquivalentform-Eigentümlichkeit: Die Menschen sind nicht unmittelbar über ihre Tätigkeit vergesellschaftet, sondern MITTELBAR.

Durch den getrennten Produktionsprozess ist der totale Gesellschaftszusammenhang nicht mehr erlebbar. Damit ist für die Wiederherstellung von Totalität, von Gesellschaft, eine Beziehung zu den anderen Produzentinnen nötig, die AUßERHALB der Produktionssphäre liegt – das geht nicht mehr bewusst, sondern diese Vermittlung kann nur noch das Geld übernehmen. Die Produzentinnen werden also ersteinmal getrennt, auseinandergerissen, sie verhandeln nicht gemeinsam und bewusst über das, was sie produzieren wollen und auch nicht über das Wie. Stattdessen werden sie nächträglich über Geld wieder pseudo-vereinigt. Aber Achtung: Wenn wir sagen, dass die Menschen als PRIVATproduzentinnen arbeiten, dann ist gilt trotzdem: sie sind ja bereits vergesellschaftet, BEVOR sie arbeiten oder auch während sie arbeiten. Denn die kapitalistische Gesellschaft liegt bereits fertig vor uns.
Jetzt ist es noch wichtig festzuhalten, woraus genau diese Trennung und die nachträgliche Pseudo-Wiedervergesellschaftung der Produzentinnen resultiert? Die Antwort: “Aus dem Geld” muss runtergebrochen auf “aus dem Wert”; aber auch das muss runtergebrochen werden auf die Antwort “aus der Arbeit”. Das aber muss präzisiert werden zu “Aus der abstrakten Arbeit”. Denn es ist die abstrakte Arbeit – nicht die konkrete! – die sich im Geld vergegenständlicht. Dies läuft über eine “Realabstraktion” ab. Was heißt das? Hilfreich ist die Analogie von Marx zur Abstraktion “Tier”. Die steht in der ersten Auflage des Kapital, aber nicht mehr in unserer vierten:
Mit dem Geld ist es als ob: “Es ist als ob neben und außer Löwen, Tigern, Hasen und allen andern wirklichen Thieren, die gruppirt die verschiednen Geschlechter, Arten, Unterarten, Familien u.s.w. des Thierreichs bilden, auch noch das Thier existirte, die individuelle Incarnation des ganzen Thierreichs.” (MEGA II.5: 37, Herv. im Original)

Wir haben gesehen (s. auch das Brücken-Schaubild): Dinge (Waren) sind empirisch fassbar. Von diesen Dingen wird eine Abstraktion gebildet, ein reines Gedankending, nämlich der Wert. Der wird genau genommen aus der Abstraktion der abstrakten Arbeit gebildet. Wir haben also zwei “irreale” Schritte: Die Menschen denken es gäbe abstrakte Arbeit, dann denken sie es gäbe den Wert. Eigentlich gibt es das beides nur in den Gedanken der Menschen – aber dann gibt es sie doch wieder real, denn: Diese Gedankendinge sind keine reinen Hirngespinste. Warum? Weil erstens: die Grundlage ist eine materielle, nämlich sinnliche Tätigkeit der Menschen, produzieren; und zweitens: das Resultat ist ein dinglich-fassbares, das Geld.
11. Sitzung 16.03.2018
Kapitel 4 des ersten Abschnitts: Der Fetischcharakter der Ware
Weil in der ersten Auflage des Kapital (wir lesen ja die vierte) das Fetischkapitel noch kein eigenständiges Kapitel war, sondern der Fetischismus der Ware als “vierte Eigentümlichkeit der Äquivalentform” behandelt wurde, haben wir uns nochmal die 3 Eigentümlichkeiten der Äquivalentform vergegenwärtigt. Was war nochmal diesie Äquivalentform? Richtig, der Rock (wenn wir in der einfachen Wertform denken), die Ware auf der rechten Seite der Gleichung, die ja nur dafür da ist den Wert der Leinwand auszudrücken – beziehungsweise das Geld (wenn wir in der Geldform denken, also Abschnitt D aus der Wertformanalyse).

Eine Definition dieser vierten Eigentümlichkeit, also des Fetischismus, steht noch aus, man kann sie nur indirekt herleiten, von S. 86 unten, aber das steht noch aus, denn: wir haben die verwirrenden Sätze auseinanderklamüsert, die auf S. 86 stehen. Das lohnt sich; zusätzlich lohnt es sich, sich die Betonung klarzumachen, sie ist hier rot unterstrichen:

Am Ende kommt im Grunde raus, dass das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen eine phantasmagorische Form annimmt, nämlich die Form eines Verhältnisses von Dingen. Deshalb streten auch die Waren bislang immer als Akteure auf, sie sind die Subjekte und nich die Objekte – anstatt dass die Menschen die Subjekte wären.
Wir haben uns außerdem bewusst gemacht, dass Marx einen stilistischen Schwenk macht: Vorher bemühte er ganz viele Metaphern und Analogien aus dem naturwissenschaftlichen Bereich (Chemie und Physik): “Atome Gebrauchswert”, “Gallerte”, “Mikroskop”, “Schwere von Körpern”. Jetzt kommen die Metaphern vor allem aus dem Bereich der Religion und Spiritualität: “theologische Mucken”, “sie wissen es nicht aber sie tun es” (s. Jesus: “Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun”), “sinnlich übersinnlich”.
Außerdem ist der historische Kontext bemerkenswert, in dem Marx dieses Kapitel verfasst: Der Kolonialismus wütet; vermeintlich aufgeklärte Europäer*innen treffen auf vermeintlich primitive Wilde, die Gegenstände anbeten. Marx führt diesen Herrenmenschen nun vor, dass sie in ihrer gesellschaftlichen Praxis nichts anderes tun als einem Fetischismus zu frönen: dem Wert, vor allem in seiner dinglichen Erscheinungsform des Geldes.
12.Sitzung (23.03.2018)
Wir haben das Fetischkapitel weiterbesprochen.
Vor allem worin der Fetisch genau besteht, ob es eine reine Täuschung des bewusstseins ist, oder ob wir auch wenn wir es durchschaut haben in unseren Handlungen trotzdem fetischistisch handeln müssen.
Auch haben wir darüber diskutiert woher der Fetisch entspringt ob aus dem Charakter der Arbeit und damit den gesellschaftlichen Beziheungen der Menschen in ihren Arbeiten, oder aus dem Charakter des Tausches und damit den gesellschaftlcihen Beziehungen der Menschen die sie im Tausch eingehen.
Auch haben wir versucht uns zu vergegenwärtigen was genau eigentlich “sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen” bedeutet.
2 Extrasitzungen (06. / 13.04.2018)
Vorbereitung der Zusammenfassungssitzung (06.04.2018) und Zusammenfassungssitzung (13.04.2018) eure Inputs findet ihr unter Inputs.
13.Sitzung (20.04.2018)
Der Austauschprozess
Wir haben den Zusammenhang von Willens- Rechts- und ökonomischen Verhältnis besprochen und was Marx mit ökonomischen Charaktermasken meint.
14. Sitzung (27.4.2018)
Wir haben das Autauschkapitel fertig besprochen und folgende Dinge festgehalten:
- Das neue an dem Kapitel ist, dass nun die Menschen mit auf den Plan treten; vorher haben die Waren alleine agiert. Zu beachten ist allerdings, dass die Menschen nicht als Menschen auftreten, sondern als Personen – und das ist etwas sehr anderes: Die Person ist eine Kategorie des modernen, bürgerlichen Rechts, sie ist gewissermaßen gleichzeitig mit dem Kapitalismus entstanden.
- Die Personen gehen Willensverhältnisse ein (sie handeln also; sie wollen andere Waren haben und eigene verkaufen), aber auch hier ist etwas zu beachten: der INHALT dieses Verhältnisses ist determiniert, d.h. bestimmt – die Personen können also nicht frei entscheiden, was sie machen, sondern das ökonomische Verhältnis gibt vor, was prinzipiell zu tun ist: austauschen.
- Marx benutzt Metaphern aus der Theaterwelt: Personifikation, Charaktermasken, überhaupt auch “Person” kommt aus dem Griechischen und heißt Maske. Folgendes Bild kam auf: In den vorherigen Kapiteln wurden alle gebrauchten Darsteller gecastet – die Waren. Die treten nun mit ihren Anhängseln – den Personen/Privateigentümern – auf die Bühne und versuchen sich auszutauschen. Regie und Drehbuch sind vorgegeben durch die Rechtsverhältnisse. Bemerkenswert ist: Den Personen ist gar nicht klar, dass sie auf der Bühne stehen.
- Festzuhalten ist (man kann es nicht oft genug betonen): Geld ist eine Ware, Geld ist nicht einfach Zeichen (ja, der Papierschein ist Zeichen, aber er muss sich real auf eine Geldware beziehen). Der Wert der Geldware ist so wie bei allen Waren über die Arbeitskraft bestimmt.
- Marx äußert hier eindeutig, dass der Wert nicht im Austausch entsteht, sondern dass die Ware im Austausch nur ihre WertFORM erhält (das widerspricht der Neuen Marxlektüre, die aber durchaus auch “Gegenzitate” finden kann).
- Marx deutet in Fußnote 47 an, dass Geld nicht schon immer Geld war. Das behandeln wir bald anhand von Sekundärliteratur (Geld ohne Wert von Robert Kurz, Kapitel 4,5,6)
Danach ging es weiter mit dem neuen
Kapitel 3: Das Geld oder die Warenzirkulation
- Ein paar Gedanken zur Fußnote: Marx wendet sich gegen die naive Vorstellung, dass man warenförmig produzieren könne (über Arbeitszeitvergleich), ohne dass die so produzierte Waren dann auszutauschen. Entscheidend ist, dass es Warenproduktion nur gibt, weil es den “Austausch” (richtiger: die Realisationssphäre) gibt und umgekehrt. Das eine gibt’s nicht ohne das andere. Außerdem ist der Austauschprozess/Realisationsprozess NOTWENDIG von Konkurrenz geprägt. Nur VOR dem Tausch kann gemessen werden (die Arbeitszeit), aber erst IM Tausch realisiert sich der Wert
- Auf welcher Ebene befinden wir uns hier eigentlich? Wichtig: Wir reden noch nicht über Geld als GELD, also als Kapital, sondern: Es geht immer noch um die GeldWARE. Marx beweist immer noch, dass Geld Ware ist.
- Dies geschieht auf zwei Ebenen im Abschnitt über Geld als Maß der Werte und Geld als Maßstab der Preise: Dass Geld Maß der Werte ist, ist die VORAUSSETZUNG dafür, dass Geld dann auch als Maßstab der Preise funktionieren kann. Die reale Operation im Alltag (Geld als Maßstab der Preise) funktioniert nur, WEIL Geld wirklich Maß der Werte ist – und das ist es, weil es selbst Ware ist und Wert hat.
- Um Geldform, Wertform und Preisform auseinanderhalten zu können hilft vielleicht folgendes
- 20 Ellen LW = 2 Unzen Gold (von S. 84; es hieß noch nicht “= 5 Dollar” oder so!) Das ist die GELDFORM, die ein bisschen abstrakter so heißt:
- 20 Ellen LW = x Geld (sobald hier nur x Geld steht, vergisst man vielleicht, dass Geld eigentlich was wirklich Materielles ist, nämlich Gold, s. erste Gleichung)
- 20 Ellen LW = 10 Euro (das ist die PREISFORM; hier merkt man auf den ersten Blick dann nicht mehr, dass es eigentlich eine ganz materielle Geldware ist!)+
- Auf S. 113 kann man gut die beiden Funktionen von Geld gegenüberstellen
| Geld als Maß der Werte | Geld als Maßstab der Preise |
| – … stellt Material des Wertausdrucks
– … ist Inkarnation verausgabter Arbeitskraft – … verwandelt die Werte der bunt verschiedenen Waren in Preise, in vorgestellte Goldquanta – am MdW messen sich die Waren als Werte
– klappt nur, weil es Arbeitsprodukt und damit von veränderlichem Wert ist – Wertwechsel beeinträchtigt nicht die Funktion
|
– … ist festgesetztes Metallgewicht
– … misst diese Goldquanta
– der MdP misst Goldquantum an einem Goldquantum – klappt nur, weil das Goldgewicht als Maßeinheit fixiert wird (Festigkeit entscheidend) – Wechsel der Werts egal |
15.Sitzung (04.05.2018)
3.Kapitel – Das Geld oder die Warenzirkulation / 1. Maß der Werte, 2.Zirkulationsmittel
Wir haben festgestellt, dass einige nicht hinterherkommen mit lesen und auch mit dem Verständnis, weshalb wir nochmal rekapitluiert haben was der Geldfetisch ist und dafür auchnohcmal worin eigentlich der Warenfetisch besteht. Kurz erklärt: Der Warenfetisch besteht darin dass uns unsere eigenen gesellschaftlichen Verhältnisse als Verhältnisse der Waren erscheinen, der Geldefetisch darin, dass sie uns als Verhältnis des Geldes erscheinen. Das Geld vermittelt unsere Verhältnisse und nicht unser Verstand und unsere Vernunft.
Dann sind wir ausgehend von der Frage wie Wert und Preis eigentlich miteinander zusammenhängen wild durchs Geldkapitel geritten, haben uns erschlossen was eigentlich die Preisform ist und was die Metamorphose der Ware bedeutet W-G-W (Kauf und Verkauf) und wie sie ineinanderfallen.
Abschließend haben wir diskutiert was mit Kreislauf und Ellipse gemeint sein könnte (118f.).
16.Sitzung (11.05.2018)
3.Kapitel / 1. Maß der Werte, 2.Zirkulationsmittel
Wir haben rekapituliert inwiefern sich die Ware in Ware und Geld verdoppelt, was das mit der Wertformanalyse zu tun hat und mit der Metamorphose der Ware. Dann haben wir den unterschied zwischen ideellem und reellem Geld besprochen (121). Und wir haben erneut über den Zusammenhang von Wert und Preis diskutiert, diesmal am Beispiel der Überproduktion von Leinwand (121f.). Hierbei sit uns aufgefallen, das hier ein Probelm angerissen wird, dessen Tragweite imens ist und was eins der Zentralen Fragestellungen von Marx und des Marxismus ist: WIe hängen Wert und Preis eigentlich zusammen, kann da was berechnet werden, gibt es da eine Äquivalenz in der einzelnen Metamorphose oder nur auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene oder nicht einmal da?
Auch haben wir geklärt was es eigentlich bedeutet, wenn Marx davon spricht, dass die Zirkulation beständig Geld ausschwitzt (127).
Abschließend haben wir geklärt, welcher Schein aus dem Umlauf des Geldes resultiert (129) und inwiefern er mit dem Schein zusammenhängt der aus der Geldform resultiert (107).
17.Sitzung (18.05.2018)
3.Kapitel / 1. Maß der Werte, 2.Zirkulationsmittel



18.Sitzung (25.05.2018)
3.Kapitel / 2.Zirkulationsmittel
19.Sitzung (01.06.2018)
3.Kapitel / 3.Geld
20.Sitzung (08.06.2018)
3.Kapitel / 3.Geld
21.Sitzung (15.06.2018)
4.Kapitel – Die Verwandlung von Geld in Kapital / 1.Die allgemeine Formel des Kapitals
22.Sitzung (22.06.2018)
4.Kapitel – Die Verwandlung von Geld in Kapital / 2.Widersprüche der allgemeinen Formel, 3.Kauf und Verkauf der Arbeitskraft
23.Sitzung (06.07.2018)
5.Kapitel – Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß
24.Sitzung (13.07.2018)
6.Kapitel – Konstantes und variables Kapital
Marx in der Sommerpause (3 Sitzungen und Auslassungen im Text)
25.Sitzung (03.08.2018) mehr als 2h
7.Kapitel – Die Rate des Mehrwerts (S.226-232 / 245-252)
26.Sitzung (24.08.2018) mehr als 2h
9.Kapitel – Rate und Masse des Mehrwerts (S.321-330)
10.Kapitel – Begriff des realtiven Mehrwerts (S.331-341)
27.Sitzung (21.09.2018) mehr als 2h
14.Kapitel – Absoluter und realtiver Mehrwert (S.531-541)
Ende der Sommerpause
28.Sitzung (19.10.2018)
15.Kapitel – Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert S.542-552
29.Sitzung (26.10.2018)
15.Kapitel – Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert S.542-552
30.Sitzung (02.11.2018)
16.Kapitel – Verschiedene Formelen für die Rate des Mehrwerts S.553-556
17.Kapitel – Verwandlung von Wert resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn S.557-564
31.Sitzung (09.11.2018)
18.Kapitel – Der Zeitlohn S.565-573
19.Kapitel – Der Stücklohn S.574-582
32.Sitzung (16.11.2018)
19.Kapitel – Der Stücklohn S.574-582
20.Kapitel – Nationale Verschiedenheit der Arbeitslöhne S.583-588
33.Sitzung (23.11.2018)
20.Kapitel – Nationale Verschiedenheit der Arbeitslöhne S.583-588
11. Kapitel – Kooperation S.341-355
34.Sitzung (30.11.2018)
11. Kapitel – Kooperation S.341-355
35.Sitzung (07.12.2018)
11. Kapitel – Kooperation S.341-355
12. Kapitel – Teilung der Arbeit und Manufaktur S.356-390
13.Kapitel – Maschinerie und große Industrie S.391-530
In den Kapiteln 11, 12 und 13 wird von Marx der Übergang von der einfachen Kooperation über die Manufaktur zur großen Industrie nachvollzogen. Er untersucht mit viel empirischem Material, wie sich die Teilung der Arbeit entwickelt und was das für die einzelnen Arbeitskräfte auf der einen Seite und das Kapital auf der anderen Seite bedeutet.
In der einfachen Kooperation, war die Teilung der Arbeit noch durch die Naturbedingungen bestimmt und hatte die Schaffung von GW zum Ziel. Die einzelnen Arbeitskräfte kombinierten ihre Arbeit um GW zu erzeugen, die sie einzeln nicht erzeugen konnten, bzw. kooperierten sie um ein Mehrprodukt zu erzeugen, was die Ausgangsvoraussetzung für die Erfindung und Produktion weiterer, neuer GW war.
In der Manufaktur wird dann der Arbeitsprozess, der vorher von einer Arbeitskraft verrichtet wurde, so unterteilt, dass mehrere Arbeitskräfte die notwendigen einzelne Teilarbeiten zur Produktion eines GW verrichteten. Der eine sägt die Tischbeine, die anderer die Platte, der dritte baut sie zusamenn und die vierte lackiert den fertigen Tisch. Diese Form der Arbeitsteilung macht sich das Kapital dann zu nutze, was darin endet, dass das Kapital zu einer die einzelne Arbeitskraft und die Kooperation der Arbeitskräfte beherrschenden Macht wird.
In der großen Industrie mit ihrer entwickelten Maschinerie wird dann der Arbeitsprozess immer weiter zergliedert und die einzelnen Teilarbeiten nach und nach von Maschinen übernommen. Vorangiges Ziel der Produktion ist jetzt nicht mehr die Produktion von GW sondern von Wert. Die Teilung der Arbeit wird nun durch die Verwertungsbedingungen des Kapitals bestimmt, die sich die aus der Kooperation entspringende gesteigerte gesellschaftliche Produktivkraft unentgeltlich aneignet.
Welche Folgen hat das für die Arbeitskraft?
Die einzelne Arbeitskraft wird abhängig vom Kapital. Sie wendet nicht mehr die Maschinen an, sondern wird von den Maschinen angewandt. Sie ist so spezialisiert, dass sie nur noch diese eine bestimmte Teilarbeit verrichten kann. Mit ihrer spezifischen ‘Qualifikation’ kann sie außerhalb der kapitalistischen Produktionsstätte nichts anfangen. Sie gerät in Konkurrenz zur Maschine, die ihr ihren GW und damit ihren TW nehmen kann, sollte sie ihre lebendige Arbeit überflüssig machen.
Marx geht es in diesen Kapiteln auch darum, dass es nicht ausreicht nur die Produktion zu Vergesellschaften, das Privateigentum abzuschaffen. Sondern auch die unmenschliche Art der kapitalistischen Arbeitsteilung und ihre Organisation müssen grundlegend umgestaltet werden, soll der Mensch sich zukünftig in seiner Arbeit verwirklichen können. Die Teilung der Arbeit muss also den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen entsprechen und nicht den Verwertungsbedingungen des Kapitals.
Zitate:
Kooperation:
“Die Wirkung der kombinierten Arbeit könnte hier von der vereinzelten gar nicht oder nur in viel längren Zeiträumen oder nur auf einem Zwergmaßstab hervorgebracht werden. Es handelt sich hier nicht nur um Erhöhung der individuellen Produktivkraft durch die Kooperation, sondern um die Schöpfung einer Produktivkraft, die an und für sich Massenkraft sein muß.” (345)
“Als unabhängige Personen sind die Arbeiter Vereinzelte, die in ein Verhältnis zu demselben Kapital, aber nicht zueinander treten. Ihre Kooperation beginnt erst im Arbeitsprozeß, aber im Arbeitsprozeß haben sie bereits aufgehört, sich selbst zu gehören. Mit dem Eintritt in denselben sind sie dem Kapital einverleibt. Als Kooperierende, als Glieder eines werktätigen Organismus, sind sie selbst nur eine besondre Existenzweise des Kapitals. Die Produktivkraft, die der Arbeiter als gesellschaftlicher Arbeiter entwickelt, ist daher Produktivkraft des Kapitals. Die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit entwickelt sich unentgeltlich, sobald die Arbeiter unter bestimmte Bedingungen gestellt sind, und das Kapital stellt sie unter diese Bedingungen. Weil die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit dem Kapital nichts kostet, weil sie andrerseits nicht von dem Arbeiter entwickelt wird, bevor seine Arbeit selbst dem Kapital gehört, erscheint sie als Produktivkraft, die das Kapital von Natur besitzt, als seine immanente Produktivkraft.” (352f.)
Manufaktur:
“Die spezifische Maschinerie der Manufakturperiode bleibt der aus vielen Teilarbeitern kombinierte Gesamtarbeiter selbst. Die verschiednen Operationen, die der Produzent einer Ware abwechselnd verrichtet und die sich im Ganzen seines Arbeitsprozesses verschlingen, nehmen ihn verschiedenartig in Anspruch. In der einen muß er mehr Kraft entwickeln, in der andren mehr Gewandtheit, in der dritten mehr geistige Aufmerksamkeit usw., und dasselbe Individuum besitzt diese Eigenschaften nicht in gleichem Grad. Nach der Trennung, Verselbständigung und Isolierung der verschiednen Operationen werden die Arbeiter ihren vorwiegenden Eigenschaften gemäß geteilt, klassifiziert und gruppiert. Bilden ihre Naturbesonderheiten die Grundlage, worauf sich die Teilung der Arbeit pfropft, so entwickelt die Manufaktur, einmal eingeführt, Arbeitskräfte, die von Natur nur zu einseitiger Sonderfunktion taugen. Der Gesamtarbeiter besitzt jetzt alle produktiven Eigenschaften in gleich hohem Grad der Virtuosität und verausgabt sie zugleich aufs ökonomischste, indem er alle seine Organe, individualisiert in besondren Arbeitern oder Arbeitergruppen, ausschließlich zu ihren spezifischen Funktionen verwendet. Die Einseitigkeit und selbst die Unvollkommenheit des Teilarbeiters werden zu seiner Vollkommenheit als Glied des Gesamtarbeiters. Die Gewohnheit einer einseitigen Funktion verwandelt ihn in ihr naturgemäß sicher wirkendes Organ, während der Zusammenhang des Gesamtmechanismus ihn zwingt, mit der Regelmäßigkeit eines Maschinenteils zu wirken.
Da die verschiednen Funktionen des Gesamtarbeiters einfacher oder zusammengesetzter, niedriger oder höher, erheischen seine Organe, die individuellen Arbeitskräfte, sehr verschiedne Grade der Ausbildung und besitzen daher sehr verschiedne Werte. Die Manufaktur entwickelt also eine Hierarchie der Arbeitskräfte, der eine Stufenleiter der Arbeitslöhne entspricht. Wird einerseits der individuelle Arbeiter einer einseitigen Funktion angeeignet und lebenslang annexiert, so werden ebensosehr die verschiednen Arbeitsverrichtungen jener Hierarchie der natürlichen und erworbnen Geschicklichkeiten angepaßt. Jeder Produktionsprozeß bedingt indes gewisse einfache Hantierungen, deren jeder Mensch, wie er geht und steht, fähig ist. Auch sie werden jetzt von ihrem flüssigen Zusammenhang mit den inhaltvollern Momenten der Tätigkeit losgelöst und zu ausschließlichen Funktionen verknöchert.
Die Manufaktur erzeugt daher in jedem Handwerk, das sie ergreift, eine Klasse sogenannter ungeschickter Arbeiter, die der Handwerksbetrieb streng ausschloß. Wenn sie die durchaus vereinseitigte Spezialität auf Kosten des ganzen Arbeitsvermögens zur Virtuosität entwickelt, beginnt sie auch schon den Mangel aller Entwicklung zu einer Spezialität zu machen. Neben die hierarchische Abstufung tritt die einfache Scheidung der Arbeiter in geschickte und ungeschickte. Für letztre fallen die Erlernungskosten ganz weg, für erstre sinken sie, im Vergleich zum Handwerker, infolge vereinfachter Funktion. In beiden Fällen sinkt der Wert der Arbeitskraft. Ausnahme findet statt, soweit die Zersetzung des Arbeitsprozesses neue zusammenfassende Funktionen erzeugt, die im Handwerksbetrieb gar nicht oder nicht in demselben Umfang vorkamen. Die relative Entwertung der Arbeitskraft, die aus dem Wegfall oder der Verminderung der Erlernungskosten entspringt, schließt unmittelbar höhere Verwertung des Kapitals ein, denn alles, was die zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendige Zeit verkürzt, verlängert die Domäne der Mehrarbeit.” (369ff.)
“Während die Teilung der Arbeit im Ganzen einer Gesellschaft, ob vermittelt oder unvermittelt durch den Warenaustausch, den verschiedenartigsten ökonomischen Gesellschaftsformationen angehört, ist die manufakturmäßige Teilung der Arbeit eine ganz spezifische Schöpfung der kapitalistischen Produktionsweise.” (380)
“Wie in der einfachen Kooperation ist in der Manufaktur der funktionierende Arbeitskörper eine Existenzform des Kapitals. Der aus vielen individuellen Teilarbeitern zusammengesetzte gesellschaftliche Produktionsmechanismus gehört dem Kapitalisten. Die aus der Kombination der Arbeiten entspringende Produktivkraft erscheint daher als Produktivkraft des Kapitals. Die eigentliche Manufaktur unterwirft nicht nur den früher selbständigen Arbeiter dem Kommando und der Disziplin des Kapitals, sondern schafft überdem eine hierarchische Gliederung unter den Arbeitern selbst. Während die einfache Kooperation die Arbeitsweise der einzelnen im großen und ganzen unverändert läßt, revolutioniert die Manufaktur sie von Grund aus und ergreift die individuelle Arbeitskraft an ihrer Wurzel. Sie verkrüppelt den Arbeiter in eine Abnormität, indem sie sein Detailgeschick treibhausmäßig fördert durch Unterdrückung einer Welt von produktiven Trieben und Anlagen, wie man in den La-Plata-Staaten ein ganzes Tier abschlachtet, um sein Fell oder seinen Talg zu erbeuten. Die besondren Teilarbeiten werden nicht nur unter verschiedne Individuen verteilt, sondern das Individuum selbst wird geteilt, in das automatische Triebwerk einer Teilarbeit verwandelt […] Wenn der Arbeiter ursprünglich seine Arbeitskraft an das Kapital verkauft, weil ihm die materiellen Mittel zur Produktion einer Ware fehlen, versagt jetzt seine individuelle Arbeitskraft selbst ihren Dienst, sobald sie nicht an das Kapital verkauft wird. Sie funktioniert nur noch in einem Zusammenhang, der erst nach ihrem Verkauf existiert, in der Werkstatt des Kapitalisten. Seiner natürlichen Beschaffenheit nach verunfähigt, etwas Selbständiges zu machen, entwickelt der Manufakturarbeiter produktive Tätigkeit nur noch als Zubehör zur Werkstatt des Kapitalisten. […]
Die Kenntnisse, die Einsicht und der Wille, die der selbständige Bauer oder Handwerker, wenn auch auf kleinem Maßstab, entwickelt, wie der Wilde alle Kunst des Kriegs als persönliche List ausübt, sind jetzt nur noch für das Ganze der Werkstatt erheischt. Die geistigen Potenzen der Produktion erweitern ihren Maßstab auf der einen Seite, weil sie auf vielen Seiten verschwinden. Was die Teilarbeiter verlieren, konzentriert sich ihnen gegenüber im Kapital. Es ist ein Produkt der manufakturmäßigen Teilung der Arbeit, ihnen die geistigen Potenzen des materiellen Produktionsprozesses als fremdes Eigentum und sie beherrschende Macht gegenüberzustellen. Dieser Scheidungsprozeß beginnt in der einfachen Kooperation, wo der Kapitalist den einzelnen Arbeitern gegenüber die Einheit und den Willen des gesellschaftlichen Arbeitskörpers vertritt. Er entwickelt sich in der Manufaktur, die den Arbeiter zum Teilarbeiter verstümmelt. Er vollendet sich in der großen Industrie, welche die Wissenschaft als selbständige Produktionspotenz von der Arbeit trennt und in den Dienst des Kapitals preßt.
In der Manufaktur ist die Bereicherung des Gesamtarbeiters und daher des Kapitals an gesellschaftlicher Produktivkraft bedingt durch die Verarmung des Arbeiters an individuellen Produktivkräften.” (381ff.)
Maschinerie:
“Gleich jedem andren Bestandteil des konstanten Kapitals schafft die Maschinerie keinen Wert, gibt aber ihren eignen Wert an das Produkt ab, zu dessen Erzeugung sie dient. Soweit sie Wert hat und daher Wert auf das Produkt überträgt, bildet sie einen Wertbestandteil desselben.” (408)
“Ausschließlich als Mittel zur Verwohlfeilerung des Produkts betrachtet, ist die Grenze für den Gebrauch der Maschinerie darin gegeben, daß ihre eigne Produktion weniger Arbeit kostet, als ihre Anwendung Arbeit ersetzt. Für das Kapital jedoch drückt sich diese Grenze enger aus. Da es nicht die angewandte Arbeit zahlt, sondern den Wert der angewandten Arbeitskraft, wird ihm der Maschinengebrauch begrenzt durch die Differenz zwischen dem Maschinenwert und dem Wert der von ihr ersetzten Arbeitskraft.” (414)
“Mit der Verallgemeinerung der Maschinerie im selben Produktionszweig sinkt der gesellschaftliche Wert des Maschinenprodukts auf seinen individuellen Wert und macht sich das Gesetz geltend, daß der Mehrwert nicht aus den Arbeitskräften entspringt, welche der Kapitalist durch die Maschine ersetzt hat, sondern umgekehrt aus den Arbeitskräften, welche er an ihr beschäftigt. Der Mehrwert entspringt nur aus dem variablen Teil des Kapitals, und wir sahen, daß die Masse des Mehrwerts durch zwei Faktoren bestimmt ist, die Rate des Mehrwerts und die Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter. Bei gegebner Länge des Arbeitstags wird die Rate des Mehrwerts bestimmt das Verhältnis, worin der Arbeitstag in notwendige Arbeit und Mehrarbeit zerfällt. Die Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter hängt ihrerseits ab von dem Verhältnis des variablen Kapitalteils zum konstanten. Es ist nun klar, daß der Maschinenbetrieb, wie er immer durch Steigrung der Produktivkraft der Arbeit die Mehrarbeit auf Kosten der notwendigen Arbeit ausdehne, dies Resultat nur hervorbringt, indem er die Anzahl der von einem gegebnen Kapital beschäftigten Arbeiter vermindert. Er verwandelt einen Teil des Kapitals, der früher variabel war, d.h. sich in lebendige Arbeitskraft umsetzte, in Maschinerie, also in konstantes Kapital, das keinen Mehrwert produziert. […] Es liegt also in der Anwendung der Maschinerie zur Produktion von Mehrwert ein immanenter Widerspruch, indem sie von den beiden Faktoren des Mehrwerts, den ein Kapital von gegebner Größe liefert, den einen Faktor, die Rate des Mehrwerts, nur dadurch vergrößert, daß sie den andren Faktor, die Arbeiterzahl, verkleinert. Dieser immanente Widerspruch tritt hervor, sobald mit der Verallgemeinerung der Maschinerie in einem Industriezweig der Wert der maschinenmäßig produzierten Ware zum regelnden gesellschaftlichen Wert aller Waren derselben Art wird, und es ist dieser Widerspruch, der wiederum das Kapital, ohne daß es sich dessen bewußt wäre, zur gewaltsamsten Verlängrung des Arbeitstags treibt, um die Abnahme in der verhältnismäßigen Anzahl der exploitierten Arbeiter durch Zunahme nicht nur der relativen, sondern auch absoluten Mehrarbeit zu kompensieren.” (429f.)
“Sobald die allmählich anschwellende Empörung der Arbeiterklasse den Staat zwang, die Arbeitszeit gewaltsam zu verkürzen und zunächst der eigentlichen Fabrik einen Normalarbeitstag zu diktieren, von diesem Augenblick also, wo gesteigerte Produktion von Mehrwert durch Verlängrung der Arbeitstags ein für allemal abgeschnitten war, warf sich das Kapital mit aller Macht und vollem Bewußtsein auf die Produktion von relativem Mehrwert durch beschleunigte Entwicklung des Maschinensystems. Gleichzeitig tritt eine Änderung in dem Charakter des relativen Mehrwerts ein. Im allgemeinen besteht die Produktionsmethode des relativen Mehrwerts darin, durch gesteigerte Produktivkraft der Arbeit den Arbeiter zu befähigen, mit derselben Arbeitsausgabe in derselben Zeit mehr zu produzieren. Dieselbe Arbeitszeit setzt nach wie vor dem Gesamtprodukt denselben Wert zu, obgleich dieser unveränderte Tauschwert sich jetzt in mehr Gebrauchswerten darstellt und daher der Wert der einzelnen Ware sinkt. Anders jedoch, sobald die gewaltsame Verkürzung des Arbeitstags mit dem ungeheuren Anstoß, den sie der Entwicklung der Produktivkraft und der Ökonomisierung der Produktionsbedingungen gibt, zugleich vergrößerte Arbeitsausgabe in derselben Zeit, erhöhte Anspannung der Arbeitskraft, dichtere Ausfüllung der Poren der Arbeitszeit, d.h. Kondensation der Arbeit dem Arbeiter zu einem Grad aufzwingt, der nur innerhalb des verkürzten Arbeitstags erreichbar ist. Diese Zusammenpressung einer größren Masse Arbeit in eine gegebne Zeitperiode zählt jetzt als was sie ist, als größres Arbeitsquantum. Neben das Maß der Arbeitszeit als “ausgedehnter Größe” tritt jetzt das Maß ihres Verdichtungsgrads.” (432)
“Die Maschinerie wird mißbraucht, um den Arbeiter selbst von Kindesbeinen in den Teil einer Teilmaschine zu verwandeln. Nicht nur werden so die zu seiner eignen Reproduktion nötigen Kosten bedeutend vermindert, sondern zugleich seine hilflose Abhängigkeit vom Fabrikganzen, also vom Kapitalisten, vollendet. Hier wie überall muß man unterscheiden zwischen der größren Produktivität, die der Entwicklung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, und der größren Produktivität, die seiner kapitalistischen Ausbeutung geschuldet ist.
In Manufaktur und Handwerk bedient sich der Arbeiter des Werkzeugs, in der Fabrik dient er der Maschine. Dort geht von ihm die Bewegung des Arbeitsmittels aus, dessen Bewegung er hier zu folgen hat. In der Manufaktur bilden die Arbeiter Glieder eines lebendigen Mechanismus. In der Fabrik existiert ein toter Mechanismus unabhängig von ihnen, und sie werden ihm als lebendige Anhängsel einverleibt. […]
Während die Maschinenarbeit das Nervensystem aufs äußerste angreift, unterdrückt sie das vielseitige Spiel der Muskeln und konfisziert alle freie körperliche und geistige Tätigkeitt. Selbst die Erleichterung der Arbeit wird zum Mittel der Tortur, indem die Maschine nicht den Arbeiter von der Arbeit befreit, sondern seine Arbeit vom Inhalt. Aller kapitalistischen Produktion, soweit sie nicht nur Arbeitsprozeß, sondern zugleich Verwertungsprozeß des Kapitals, ist es gemeinsam, daß nicht der Arbeiter die Arbeitsbedingung, sondern umgekehrt die Arbeitsbedingung den Arbeiter anwendet, aber erst mit der Maschinerie erhält diese Verkehrung technisch handgreifliche Wirklichkeit. Durch seine Verwandlung in einen Automaten tritt das Arbeitsmittel während des Arbeitsprozesses selbst dem Arbeiter als Kapital gegenüber, als tote Arbeit, welche die lebendige Arbeitskraft beherrscht und aussaugt. Die Scheidung der geistigen Potenzen des Produktionsprozesses von der Handarbeit und die Verwandlung derselben in Mächte des Kapitals über die Arbeit vollendet sich, wie bereits früher angedeutet, in der auf Grundlage der Maschinerie aufgebauten großen Industrie. Das Detailgeschick des individuellen, entleerten Maschinenarbeiters verschwindet als ein winzig Nebending vor der Wissenschaft, den ungeheuren Naturkräften und der gesellschaftlichen Massenarbeit, die im Maschinensystem verkörpert sind und mit ihm die Macht des “Meisters” (master) bilden.” (445f.)
“Als Maschine wird das Arbeitsmittel sofort zum Konkurrenten des Arbeiters selbst. Die Selbstverwertung des Kapitals durch die Maschine steht im direkten Verhältnis zur Arbeiterzahl, deren Existenzbedingungen sie vernichtet. Das ganze System der kapitalistische Produktion beruht darauf, daß der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware verkauft. Die Teilung der Arbeit vereinseitigt diese Arbeitskraft zum ganz partikularisierten Geschick, ein Teilwerkzeug zu führen. Sobald die Führung des Werkzeugs der Maschine anheimfällt, erlischt mit dem Gebrauchswert der Tauschwert der Arbeiterkraft. Der Arbeiter wird unverkäuflich, wie außer Kurs gesetztes Papiergeld.” (454)
“Die von der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie untrennbaren Widersprüche und Antagonismen existieren nicht, weil sie nicht aus der Maschinerie selbst erwachsen, sondern aus ihrer kapitalistischen Anwendung! Da also die Maschinerie an sich betrachtet die Arbeitszeit verkürzt, während sie kapitalistisch angewandt den Arbeitstag verlängert, an sich die Arbeit erleichtert, kapitalistisch angewandt ihre Intensität steigert, an sich ein Sieg des Menschen über die Naturkraft ist, kapitalistisch angewandt den Menschen durch die Naturkraft unterjocht, an sich den Reichtum des Produzenten vermehrt, kapitalistisch angewandt ihn verpaupert usw., erklärt der bürgerliche Ökonom einfach, das Ansichbetrachten der Maschinerie beweise haarscharf, daß alle jene handgreiflichen Widersprüche bloßer Schein der gemeinen Wirklichkeit, aber an sich, also auch in der Theorie gar nicht vorhanden sind. Er spart sich so alles weitre Kopfzerbrechen und bürdet seinem Gegner obendrein die Dummheit auf, nicht die kapitalistische Anwendung der Maschinerie zu bekämpfen, sondern die Maschinerie selbst.” (465)
“Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.” (529f.)
36.Sitzung (14.12.2018)
Wiederholungssitzung
37.Sitzung (11.01.2019)
21.Kapitel – Einfache Reproduktion S.591-604
38.Sitzung (18.01.2019)
22.Kapitel – Verwandlung von Mehrwert in Kapital S.605-639
39.Sitzung (25.01.2019)
22.Kapitel – Verwandlung von Mehrwert in Kapital S.605-639
40.- 44.Sitzung (Feb 2019)
23. Kapitel – Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation S.640-676
45.-47.Sitzung (Mär 2019)
24.Kapitel – Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation
25.Kapitel – Die moderne Kolonisationstheorie
