System Change?!

Workshop bei den kritischen Einführungswochen Uni Leipzig

KEW 1 2021 Do 14.11.2021 9-11

System change!? Was wäre denn wie zu verändern?

System change not climate change, ist klar oder? Aber worin besteht denn eigentlich dieses System und wie können wir es verändern?

Zu Beginn erarbeiten wir uns ein Verständnis der Grundlagen kapitalistischen Zusammenlebens, um dann gemeinsam zu besprechen, was eine tatsächliche Alternative auszeichnen würde, in der wir im Einklang mit der Natur zu leben beginnen.

Präsi: system kew 2021

John Steinbeck – Früchte des Zorns Video Text

hier gibts videos zur Einführung ins Kapital von Marx

hier gibts weiteres Material dazu

Kontakt für Lesekreisinteressierte: marxlesen ät riseup.net

und noch Literaturempfehlungen:

Romane:

Ursula K. Le Guin – Planet der Habenichtse

William Morris – Kunde von Nirgendwo

Sachbücher:

Anselm Jappe – Die Abenteuer der Ware

Tomasz Konicz – Klimakiller Kapital

Friederike Habermann – Ecommony. UmCare zum Miteinander

Fabian Scheidler – Der Stoff aus dem wir sind

Marx Kapitalismusanalyse für Einsteiger*innen

Workshop bei den kritischen Einführungswochen Uni Leipzig

KEW 1 2021 Mo 11.10.2021 9-11

Wir geben eine verständliche Einführung in die Gesellschaftskritik von Karl Marx und erarbeiten uns dabei gemeinsam ein grundlegendes Verständnis aktueller krisenhafter gesellschaftlicher Zusammenhänge. Eine undogmatische, offene und gleichberechtigte Gesprächsatmosphäre ist uns wichtig.

hier gibts die präsi

hier gibts videos

hier gibts weiteres Material

Kontakt für Lesekreisinteressierte: marxlesen ät riseup.net

Marx für Einsteiger*innen wöchentlicher Online-Lesekreis ab 03.02.2021

Liebe Marx-Interessierte,
Anfang Februar startet ein Online Lesekreis zu Marx’ Kapital für Einsteiger*innen.
Wir haben vor, euch durch den ersten Band “Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie” von Karl Marx zu begleiten. Wir wollen mit euch gemeinsam die Grundlagen für ein kritisches Verständnis von Kapitalismus entwickeln. Es ist dabei unwichtig, ob ihr schon einige Kapitel gelesen oder überhaupt kein Vorwissen habt: wer Lust hat, kann mitmachen. Wir wollen dazu insbesondere Frauen* ermutigen.
Wir treffen uns wöchentlich Mittwoch abends online zur gemeinsamen kritischen Diskussion und anschließendem Festhalten unserer Erkenntnisse. Zwischendurch gibt es von uns immer wieder anschauliche Inputs. Wir arbeiten dementsprechend mit vielfältigen Methoden, mitunter Kleingruppenarbeit, gemeinsame Diskussionen, Visualisierungen und Spiele. Wir wünschen uns eine intensive Zusammenarbeit von euch untereinander und mit uns. Wir bemühen uns um eine wertschätzende und fehlertolerante Diskussionsatmosphäre. Wir haben schon mehrere Lesekreise/Wochenendseminare geteamt und versuchen den Bedürfnissen sowohl nach Grundlagenverständnis als auch nach Weitergehendem gerecht zu werden.Auftakt ist Mittwoch der 03.02.2021 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr.
Meldet euch bis zum 31.01.2021 hier an:
oder per mail an marxlesen [ät) riseup.net
(Zugangsdaten senden wir Euch ca. 3 Tage vor der Veranstaltung per Mail zu.)
Wir lesen die MEW23 Ausgabe (blauer Band) hier als pdf: https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdfBitte
Wir feuen uns auf euch
Almut, Felix, Kim und Matthis
Veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen sachsen.rosalux.de

12.4.2019 Einführung in Band 2 / Überblick über die Gesamtdarstellung Band 1 bis 3

Einführungsworkshop zum Band 2, inklusive Überblick über alle 3 Bände des Kapital.

Vorbereitende Lektüre: ‘Der gesamtgesellschaftliche Status der Kategorien und der methodologische Individualismus hinsichtlich des Kapitalbegriffs’ (Auszug aus “Geld ohne Wert” von Robert Kurz). Der Link zum Text steht unten.

Wir haben im Januar 2018 einen Kapitallesekreis zum ersten Band
gestartet und starten jetzt in den zweiten Band. Wer also schon immer mal über den ersten Band hinauskommen wollte, ist herzlich bei uns willkommen. Vorkenntnisse des ersten Bandes sind hilfreich, aber habt Mut zur Lücke, auch wir können Band 1 nicht auswendig aufsagen 😉
Geschlechtsmäßig sind wir durchmischt, Diskussionskultur hat den
Anspruch freundlich und ‘fehlertolerant’ zu sein.

Unser erstes Treffen zum zweiten Band ist am Freitag den 12.04.2019 ab 13 Uhr im Ziegenledersaal im Seminargebäude des Hauptcampus der Uni Leipzig im Erdgeschoss neben dem StuRa. Danach treffen wir uns immer Freitags 13 bis 15Uhr im Leipziger Westen in der Georg Schwarz Straße 21 bei den Spieszgesellen.

Für die Einführungssitzung gibt es eine Textgrundlage, es wäre gut, wenn ihr sie lest, sie ist aber keine notwendige Voraussetzung, um
vorbeizukommenn. (link zum download:
https://marxlesen.noblogs.org/files/2019/04/robert-kurz-geld-ohne-wert-kapitel9.pdf)

Bei Fragen einfach eine Mail an marxlesen et riseup.net

Auf dem Weg zu Band 2

Da wir uns nun in der Transition von Band 1 zu Band 2 befinden, haben wir uns gedacht, es wäre schön noch ein paar alte oder neue Gesichter in unsere Runde zu locken. Für die nächsten drei Wochen haben wir uns, um des Rückblicks und geschmierten (Wieder-)Eintritts Willen, folgenden Plan ausgedacht:

29.03. Ziel: eine Kernaussage zu jedem (Unter-)Kapitel von Band I finden, beginnend bei Abschnitt 2; Besprechung des Vorworts von Bd. II

05.04. Sitzung zu Lesarten und Interpretationen des Kapitals oder: wer sind eigentlich diese Wertkritiker_innen, und ist Heinrich wirklich ein Heini? // wer will, bringe verfügbare Sekundärliteratur mit! Im Hinblick darauf, dass jede Lesart schon eine Interpretation ist und damit eine Position ausdrückt: Überlegt euch, was die spezielle vertretene Position in euren mitgebrachten Texten ist; wo ist die nicht-Neutralität in diesem Beitrag? (auch ohne Sekundärtexte jede_r willkommen)

12.04. Einstieg in Band 2

Die letzten 4 Primärtext-Sitzungen zum ersten Band

Wir nähern uns dem Ende!

Diesen Freitag (18.01.) besprechen wir das 22.Kapitel – Verwandlung von Mehrwert in Kapital S.605-639 mit folgenden Auslassungen darin: S.614-617 / 620-625 / 627-630 / 636-639


nächsten Freitag (25.01.) besprechen wir dann 1. und 2. des 23.Kapitel – Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation also die Seiten 640-657 mit folgenden Auslassungen darin: 642-644


den Freitag darauf (01.02.) besprechen wir dann 3. und 4. des 23.Kapitel – Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation also die Seiten 657- 675 und das mit folgenden Auslassungen darin und danach: 663 / 677-740. Sowie das 25.Kapitel – Die moderne Kolonisationstheorie also die Seiten 792-802.


und abschließend zum Semesterende am Freitag (08.02.) würden wir dann nochmal eine Wiederholungssitzung machen vom sechsten und siebten Abschnitt, also Arbeitslohn und Akkumulationsprozess des Kapitals

Fragen zu den einzelnen Kapiteln findet ihr im Menü Lesefragen

Wiederholungssitzung am 14.12. !!!

Super für diejenigen, die einiges verpasst haben im Sommer und darüber hinaus und für alle anderen auch zur Auffrischung von eigentlich schon gewusstem 😉

Wir werden uns nochmal folgende Begriffe und Zusammenhänge vergegenwärtigen:

– Verwandlung von Geld in Kapital
– Arbeitsprozess und Verwertungsprozess
– Konstantes und variables Kapital
– Rate und Masse des Mehrwerts
– realtiver und absoluter Mehrwert
– formelle und reelle Subsumtion

Es wird kein zweistündiger Vortrag unsereseits werden, sondern wir werden in die verschiedenen Textstellen eintauchen und sie dann gemeinsam besprechen. Wie immer sind alle Fragen willkommen!

Von der einfachen Kooperation zur Industrie

Hier die Zusammenfassung der Diskussion von gestern. Ein Ritt durch 200 Seiten von der einfachen Kooperation bis zur großen Industrie.

35.Sitzung (07.12.2018)

11. Kapitel – Kooperation S.341-355

12. Kapitel – Teilung der Arbeit und Manufaktur S.356-390

13.Kapitel – Maschinerie und große Industrie S.391-530

In den Kapiteln 11, 12 und 13 wird von Marx der Übergang von der einfachen Kooperation über die Manufaktur zur großen Industrie nachvollzogen. Er untersucht mit viel empirischem Material, wie sich die Teilung der Arbeit entwickelt und was das für die einzelnen Arbeitskräfte auf der einen Seite und das Kapital auf der anderen Seite bedeutet.

In der einfachen Kooperation, war die Teilung der Arbeit noch durch die Naturbedingungen bestimmt und hatte die Schaffung von GW zum Ziel. Die einzelnen Arbeitskräfte kombinierten ihre Arbeit um GW zu erzeugen, die sie einzeln nicht erzeugen konnten, bzw. kooperierten sie um ein Mehrprodukt zu erzeugen, was die Ausgangsvoraussetzung für die Erfindung und Produktion weiterer, neuer GW war.

In der Manufaktur wird dann der Arbeitsprozess, der vorher von einer Arbeitskraft verrichtet wurde, so unterteilt, dass mehrere Arbeitskräfte die notwendigen einzelne Teilarbeiten zur Produktion eines GW verrichteten. Der eine sägt die Tischbeine, die anderer die Platte, der dritte baut sie zusamenn und die vierte lackiert den fertigen Tisch. Diese Form der Arbeitsteilung macht sich das Kapital dann zu nutze, was darin endet, dass das Kapital zu einer die einzelne Arbeitskraft und die Kooperation der Arbeitskräfte beherrschenden Macht wird.

In der großen Industrie mit ihrer entwickelten Maschinerie wird dann der Arbeitsprozess immer weiter zergliedert und die einzelnen Teilarbeiten nach und nach von Maschinen übernommen. Vorangiges Ziel der Produktion ist jetzt nicht mehr die Produktion von GW sondern von Wert. Die Teilung der Arbeit wird nun durch die Verwertungsbedingungen des Kapitals bestimmt, die sich die aus der Kooperation entspringende gesteigerte gesellschaftliche Produktivkraft unentgeltlich aneignet.

Welche Folgen hat das für die Arbeitskraft?

Die einzelne Arbeitskraft wird abhängig vom Kapital. Sie wendet nicht mehr die Maschinen an, sondern wird von den Maschinen angewandt. Sie ist so spezialisiert, dass sie nur noch diese eine bestimmte Teilarbeit verrichten kann. Mit ihrer spezifischen ‘Qualifikation’ kann sie außerhalb der kapitalistischen Produktionsstätte nichts anfangen. Sie gerät in Konkurrenz zur Maschine, die ihr ihren GW und damit ihren TW nehmen kann, sollte sie ihre lebendige Arbeit überflüssig machen.

Marx geht es in diesen Kapiteln auch darum, dass es nicht ausreicht nur die Produktion zu Vergesellschaften, das Privateigentum abzuschaffen. Sondern auch die unmenschliche Art der kapitalistischen Arbeitsteilung und ihre Organisation müssen grundlegend umgestaltet werden, soll der Mensch sich zukünftig in seiner Arbeit verwirklichen können. Die Teilung der Arbeit muss also den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Menschen entsprechen und nicht den Verwertungsbedingungen des Kapitals.

Zitate:

Kooperation:

“Die Wirkung der kombinierten Arbeit könnte hier von der vereinzelten gar nicht oder nur in viel längren Zeiträumen oder nur auf einem Zwergmaßstab hervorgebracht werden. Es handelt sich hier nicht nur um Erhöhung der individuellen Produktivkraft durch die Kooperation, sondern um die Schöpfung einer Produktivkraft, die an und für sich Massenkraft sein muß.” (345)

“Als unabhängige Personen sind die Arbeiter Vereinzelte, die in ein Verhältnis zu demselben Kapital, aber nicht zueinander treten. Ihre Kooperation beginnt erst im Arbeitsprozeß, aber im Arbeitsprozeß haben sie bereits aufgehört, sich selbst zu gehören. Mit dem Eintritt in denselben sind sie dem Kapital einverleibt. Als Kooperierende, als Glieder eines werktätigen Organismus, sind sie selbst nur eine besondre Existenzweise des Kapitals. Die Produktivkraft, die der Arbeiter als gesellschaftlicher Arbeiter entwickelt, ist daher Produktivkraft des Kapitals. Die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit entwickelt sich unentgeltlich, sobald die Arbeiter unter bestimmte Bedingungen gestellt sind, und das Kapital stellt sie unter diese Bedingungen. Weil die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit dem Kapital nichts kostet, weil sie andrerseits nicht von dem Arbeiter entwickelt wird, bevor seine Arbeit selbst dem Kapital gehört, erscheint sie als Produktivkraft, die das Kapital von Natur besitzt, als seine immanente Produktivkraft.” (352f.)

Manufaktur:

“Die spezifische Maschinerie der Manufakturperiode bleibt der aus vielen Teilarbeitern kombinierte Gesamtarbeiter selbst. Die verschiednen Operationen, die der Produzent einer Ware abwechselnd verrichtet und die sich im Ganzen seines Arbeitsprozesses verschlingen, nehmen ihn verschiedenartig in Anspruch. In der einen muß er mehr Kraft entwickeln, in der andren mehr Gewandtheit, in der dritten mehr geistige Aufmerksamkeit usw., und dasselbe Individuum besitzt diese Eigenschaften nicht in gleichem Grad. Nach der Trennung, Verselbständigung und Isolierung der verschiednen Operationen werden die Arbeiter ihren vorwiegenden Eigenschaften gemäß geteilt, klassifiziert und gruppiert. Bilden ihre Naturbesonderheiten die Grundlage, worauf sich die Teilung der Arbeit pfropft, so entwickelt die Manufaktur, einmal eingeführt, Arbeitskräfte, die von Natur nur zu einseitiger Sonderfunktion taugen. Der Gesamtarbeiter besitzt jetzt alle produktiven Eigenschaften in gleich hohem Grad der Virtuosität und verausgabt sie zugleich aufs ökonomischste, indem er alle seine Organe, individualisiert in besondren Arbeitern oder Arbeitergruppen, ausschließlich zu ihren spezifischen Funktionen verwendet. Die Einseitigkeit und selbst die Unvollkommenheit des Teilarbeiters werden zu seiner Vollkommenheit als Glied des Gesamtarbeiters. Die Gewohnheit einer einseitigen Funktion verwandelt ihn in ihr naturgemäß sicher wirkendes Organ, während der Zusammenhang des Gesamtmechanismus ihn zwingt, mit der Regelmäßigkeit eines Maschinenteils zu wirken.

Da die verschiednen Funktionen des Gesamtarbeiters einfacher oder zusammengesetzter, niedriger oder höher, erheischen seine Organe, die individuellen Arbeitskräfte, sehr verschiedne Grade der Ausbildung und besitzen daher sehr verschiedne Werte. Die Manufaktur entwickelt also eine Hierarchie der Arbeitskräfte, der eine Stufenleiter der Arbeitslöhne entspricht. Wird einerseits der individuelle Arbeiter einer einseitigen Funktion angeeignet und lebenslang annexiert, so werden ebensosehr die verschiednen Arbeitsverrichtungen jener Hierarchie der natürlichen und erworbnen Geschicklichkeiten angepaßt. Jeder Produktionsprozeß bedingt indes gewisse einfache Hantierungen, deren jeder Mensch, wie er geht und steht, fähig ist. Auch sie werden jetzt von ihrem flüssigen Zusammenhang mit den inhaltvollern Momenten der Tätigkeit losgelöst und zu ausschließlichen Funktionen verknöchert.

Die Manufaktur erzeugt daher in jedem Handwerk, das sie ergreift, eine Klasse sogenannter ungeschickter Arbeiter, die der Handwerksbetrieb streng ausschloß. Wenn sie die durchaus vereinseitigte Spezialität auf Kosten des ganzen Arbeitsvermögens zur Virtuosität entwickelt, beginnt sie auch schon den Mangel aller Entwicklung zu einer Spezialität zu machen. Neben die hierarchische Abstufung tritt die einfache Scheidung der Arbeiter in geschickte und ungeschickte. Für letztre fallen die Erlernungskosten ganz weg, für erstre sinken sie, im Vergleich zum Handwerker, infolge vereinfachter Funktion. In beiden Fällen sinkt der Wert der Arbeitskraft. Ausnahme findet statt, soweit die Zersetzung des Arbeitsprozesses neue zusammenfassende Funktionen erzeugt, die im Handwerksbetrieb gar nicht oder nicht in demselben Umfang vorkamen. Die relative Entwertung der Arbeitskraft, die aus dem Wegfall oder der Verminderung der Erlernungskosten entspringt, schließt unmittelbar höhere Verwertung des Kapitals ein, denn alles, was die zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendige Zeit verkürzt, verlängert die Domäne der Mehrarbeit.” (369ff.)

“Während die Teilung der Arbeit im Ganzen einer Gesellschaft, ob vermittelt oder unvermittelt durch den Warenaustausch, den verschiedenartigsten ökonomischen Gesellschaftsformationen angehört, ist die manufakturmäßige Teilung der Arbeit eine ganz spezifische Schöpfung der kapitalistischen Produktionsweise.” (380)

“Wie in der einfachen Kooperation ist in der Manufaktur der funktionierende Arbeitskörper eine Existenzform des Kapitals. Der aus vielen individuellen Teilarbeitern zusammengesetzte gesellschaftliche Produktionsmechanismus gehört dem Kapitalisten. Die aus der Kombination der Arbeiten entspringende Produktivkraft erscheint daher als Produktivkraft des Kapitals. Die eigentliche Manufaktur unterwirft nicht nur den früher selbständigen Arbeiter dem Kommando und der Disziplin des Kapitals, sondern schafft überdem eine hierarchische Gliederung unter den Arbeitern selbst. Während die einfache Kooperation die Arbeitsweise der einzelnen im großen und ganzen unverändert läßt, revolutioniert die Manufaktur sie von Grund aus und ergreift die individuelle Arbeitskraft an ihrer Wurzel. Sie verkrüppelt den Arbeiter in eine Abnormität, indem sie sein Detailgeschick treibhausmäßig fördert durch Unterdrückung einer Welt von produktiven Trieben und Anlagen, wie man in den La-Plata-Staaten ein ganzes Tier abschlachtet, um sein Fell oder seinen Talg zu erbeuten. Die besondren Teilarbeiten werden nicht nur unter verschiedne Individuen verteilt, sondern das Individuum selbst wird geteilt, in das automatische Triebwerk einer Teilarbeit verwandelt […] Wenn der Arbeiter ursprünglich seine Arbeitskraft an das Kapital verkauft, weil ihm die materiellen Mittel zur Produktion einer Ware fehlen, versagt jetzt seine individuelle Arbeitskraft selbst ihren Dienst, sobald sie nicht an das Kapital verkauft wird. Sie funktioniert nur noch in einem Zusammenhang, der erst nach ihrem Verkauf existiert, in der Werkstatt des Kapitalisten. Seiner natürlichen Beschaffenheit nach verunfähigt, etwas Selbständiges zu machen, entwickelt der Manufakturarbeiter produktive Tätigkeit nur noch als Zubehör zur Werkstatt des Kapitalisten. […]

Die Kenntnisse, die Einsicht und der Wille, die der selbständige Bauer oder Handwerker, wenn auch auf kleinem Maßstab, entwickelt, wie der Wilde alle Kunst des Kriegs als persönliche List ausübt, sind jetzt nur noch für das Ganze der Werkstatt erheischt. Die geistigen Potenzen der Produktion erweitern ihren Maßstab auf der einen Seite, weil sie auf vielen Seiten verschwinden. Was die Teilarbeiter verlieren, konzentriert sich ihnen gegenüber im Kapital. Es ist ein Produkt der manufakturmäßigen Teilung der Arbeit, ihnen die geistigen Potenzen des materiellen Produktionsprozesses als fremdes Eigentum und sie beherrschende Macht gegenüberzustellen. Dieser Scheidungsprozeß beginnt in der einfachen Kooperation, wo der Kapitalist den einzelnen Arbeitern gegenüber die Einheit und den Willen des gesellschaftlichen Arbeitskörpers vertritt. Er entwickelt sich in der Manufaktur, die den Arbeiter zum Teilarbeiter verstümmelt. Er vollendet sich in der großen Industrie, welche die Wissenschaft als selbständige Produktionspotenz von der Arbeit trennt und in den Dienst des Kapitals preßt.

In der Manufaktur ist die Bereicherung des Gesamtarbeiters und daher des Kapitals an gesellschaftlicher Produktivkraft bedingt durch die Verarmung des Arbeiters an individuellen Produktivkräften.” (381ff.)

Maschinerie:

“Gleich jedem andren Bestandteil des konstanten Kapitals schafft die Maschinerie keinen Wert, gibt aber ihren eignen Wert an das Produkt ab, zu dessen Erzeugung sie dient. Soweit sie Wert hat und daher Wert auf das Produkt überträgt, bildet sie einen Wertbestandteil desselben.” (408)

“Ausschließlich als Mittel zur Verwohlfeilerung des Produkts betrachtet, ist die Grenze für den Gebrauch der Maschinerie darin gegeben, daß ihre eigne Produktion weniger Arbeit kostet, als ihre Anwendung Arbeit ersetzt. Für das Kapital jedoch drückt sich diese Grenze enger aus. Da es nicht die angewandte Arbeit zahlt, sondern den Wert der angewandten Arbeitskraft, wird ihm der Maschinengebrauch begrenzt durch die Differenz zwischen dem Maschinenwert und dem Wert der von ihr ersetzten Arbeitskraft.” (414)

“Mit der Verallgemeinerung der Maschinerie im selben Produktionszweig sinkt der gesellschaftliche Wert des Maschinenprodukts auf seinen individuellen Wert und macht sich das Gesetz geltend, daß der Mehrwert nicht aus den Arbeitskräften entspringt, welche der Kapitalist durch die Maschine ersetzt hat, sondern umgekehrt aus den Arbeitskräften, welche er an ihr beschäftigt. Der Mehrwert entspringt nur aus dem variablen Teil des Kapitals, und wir sahen, daß die Masse des Mehrwerts durch zwei Faktoren bestimmt ist, die Rate des Mehrwerts und die Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter. Bei gegebner Länge des Arbeitstags wird die Rate des Mehrwerts bestimmt das Verhältnis, worin der Arbeitstag in notwendige Arbeit und Mehrarbeit zerfällt. Die Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter hängt ihrerseits ab von dem Verhältnis des variablen Kapitalteils zum konstanten. Es ist nun klar, daß der Maschinenbetrieb, wie er immer durch Steigrung der Produktivkraft der Arbeit die Mehrarbeit auf Kosten der notwendigen Arbeit ausdehne, dies Resultat nur hervorbringt, indem er die Anzahl der von einem gegebnen Kapital beschäftigten Arbeiter vermindert. Er verwandelt einen Teil des Kapitals, der früher variabel war, d.h. sich in lebendige Arbeitskraft umsetzte, in Maschinerie, also in konstantes Kapital, das keinen Mehrwert produziert. […] Es liegt also in der Anwendung der Maschinerie zur Produktion von Mehrwert ein immanenter Widerspruch, indem sie von den beiden Faktoren des Mehrwerts, den ein Kapital von gegebner Größe liefert, den einen Faktor, die Rate des Mehrwerts, nur dadurch vergrößert, daß sie den andren Faktor, die Arbeiterzahl, verkleinert. Dieser immanente Widerspruch tritt hervor, sobald mit der Verallgemeinerung der Maschinerie in einem Industriezweig der Wert der maschinenmäßig produzierten Ware zum regelnden gesellschaftlichen Wert aller Waren derselben Art wird, und es ist dieser Widerspruch, der wiederum das Kapital, ohne daß es sich dessen bewußt wäre, zur gewaltsamsten Verlängrung des Arbeitstags treibt, um die Abnahme in der verhältnismäßigen Anzahl der exploitierten Arbeiter durch Zunahme nicht nur der relativen, sondern auch absoluten Mehrarbeit zu kompensieren.” (429f.)

“Sobald die allmählich anschwellende Empörung der Arbeiterklasse den Staat zwang, die Arbeitszeit gewaltsam zu verkürzen und zunächst der eigentlichen Fabrik einen Normalarbeitstag zu diktieren, von diesem Augenblick also, wo gesteigerte Produktion von Mehrwert durch Verlängrung der Arbeitstags ein für allemal abgeschnitten war, warf sich das Kapital mit aller Macht und vollem Bewußtsein auf die Produktion von relativem Mehrwert durch beschleunigte Entwicklung des Maschinensystems. Gleichzeitig tritt eine Änderung in dem Charakter des relativen Mehrwerts ein. Im allgemeinen besteht die Produktionsmethode des relativen Mehrwerts darin, durch gesteigerte Produktivkraft der Arbeit den Arbeiter zu befähigen, mit derselben Arbeitsausgabe in derselben Zeit mehr zu produzieren. Dieselbe Arbeitszeit setzt nach wie vor dem Gesamtprodukt denselben Wert zu, obgleich dieser unveränderte Tauschwert sich jetzt in mehr Gebrauchswerten darstellt und daher der Wert der einzelnen Ware sinkt. Anders jedoch, sobald die gewaltsame Verkürzung des Arbeitstags mit dem ungeheuren Anstoß, den sie der Entwicklung der Produktivkraft und der Ökonomisierung der Produktionsbedingungen gibt, zugleich vergrößerte Arbeitsausgabe in derselben Zeit, erhöhte Anspannung der Arbeitskraft, dichtere Ausfüllung der Poren der Arbeitszeit, d.h. Kondensation der Arbeit dem Arbeiter zu einem Grad aufzwingt, der nur innerhalb des verkürzten Arbeitstags erreichbar ist. Diese Zusammenpressung einer größren Masse Arbeit in eine gegebne Zeitperiode zählt jetzt als was sie ist, als größres Arbeitsquantum. Neben das Maß der Arbeitszeit als “ausgedehnter Größe” tritt jetzt das Maß ihres Verdichtungsgrads.” (432)

“Die Maschinerie wird mißbraucht, um den Arbeiter selbst von Kindesbeinen in den Teil einer Teilmaschine zu verwandeln. Nicht nur werden so die zu seiner eignen Reproduktion nötigen Kosten bedeutend vermindert, sondern zugleich seine hilflose Abhängigkeit vom Fabrikganzen, also vom Kapitalisten, vollendet. Hier wie überall muß man unterscheiden zwischen der größren Produktivität, die der Entwicklung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, und der größren Produktivität, die seiner kapitalistischen Ausbeutung geschuldet ist.

In Manufaktur und Handwerk bedient sich der Arbeiter des Werkzeugs, in der Fabrik dient er der Maschine. Dort geht von ihm die Bewegung des Arbeitsmittels aus, dessen Bewegung er hier zu folgen hat. In der Manufaktur bilden die Arbeiter Glieder eines lebendigen Mechanismus. In der Fabrik existiert ein toter Mechanismus unabhängig von ihnen, und sie werden ihm als lebendige Anhängsel einverleibt. […]

Während die Maschinenarbeit das Nervensystem aufs äußerste angreift, unterdrückt sie das vielseitige Spiel der Muskeln und konfisziert alle freie körperliche und geistige Tätigkeitt. Selbst die Erleichterung der Arbeit wird zum Mittel der Tortur, indem die Maschine nicht den Arbeiter von der Arbeit befreit, sondern seine Arbeit vom Inhalt. Aller kapitalistischen Produktion, soweit sie nicht nur Arbeitsprozeß, sondern zugleich Verwertungsprozeß des Kapitals, ist es gemeinsam, daß nicht der Arbeiter die Arbeitsbedingung, sondern umgekehrt die Arbeitsbedingung den Arbeiter anwendet, aber erst mit der Maschinerie erhält diese Verkehrung technisch handgreifliche Wirklichkeit. Durch seine Verwandlung in einen Automaten tritt das Arbeitsmittel während des Arbeitsprozesses selbst dem Arbeiter als Kapital gegenüber, als tote Arbeit, welche die lebendige Arbeitskraft beherrscht und aussaugt. Die Scheidung der geistigen Potenzen des Produktionsprozesses von der Handarbeit und die Verwandlung derselben in Mächte des Kapitals über die Arbeit vollendet sich, wie bereits früher angedeutet, in der auf Grundlage der Maschinerie aufgebauten großen Industrie. Das Detailgeschick des individuellen, entleerten Maschinenarbeiters verschwindet als ein winzig Nebending vor der Wissenschaft, den ungeheuren Naturkräften und der gesellschaftlichen Massenarbeit, die im Maschinensystem verkörpert sind und mit ihm die Macht des “Meisters” (master) bilden.” (445f.)

“Als Maschine wird das Arbeitsmittel sofort zum Konkurrenten des Arbeiters selbst. Die Selbstverwertung des Kapitals durch die Maschine steht im direkten Verhältnis zur Arbeiterzahl, deren Existenzbedingungen sie vernichtet. Das ganze System der kapitalistische Produktion beruht darauf, daß der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware verkauft. Die Teilung der Arbeit vereinseitigt diese Arbeitskraft zum ganz partikularisierten Geschick, ein Teilwerkzeug zu führen. Sobald die Führung des Werkzeugs der Maschine anheimfällt, erlischt mit dem Gebrauchswert der Tauschwert der Arbeiterkraft. Der Arbeiter wird unverkäuflich, wie außer Kurs gesetztes Papiergeld.” (454)

“Die von der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie untrennbaren Widersprüche und Antagonismen existieren nicht, weil sie nicht aus der Maschinerie selbst erwachsen, sondern aus ihrer kapitalistischen Anwendung! Da also die Maschinerie an sich betrachtet die Arbeitszeit verkürzt, während sie kapitalistisch angewandt den Arbeitstag verlängert, an sich die Arbeit erleichtert, kapitalistisch angewandt ihre Intensität steigert, an sich ein Sieg des Menschen über die Naturkraft ist, kapitalistisch angewandt den Menschen durch die Naturkraft unterjocht, an sich den Reichtum des Produzenten vermehrt, kapitalistisch angewandt ihn verpaupert usw., erklärt der bürgerliche Ökonom einfach, das Ansichbetrachten der Maschinerie beweise haarscharf, daß alle jene handgreiflichen Widersprüche bloßer Schein der gemeinen Wirklichkeit, aber an sich, also auch in der Theorie gar nicht vorhanden sind. Er spart sich so alles weitre Kopfzerbrechen und bürdet seinem Gegner obendrein die Dummheit auf, nicht die kapitalistische Anwendung der Maschinerie zu bekämpfen, sondern die Maschinerie selbst.” (465)

“Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.” (529f.)

Die nächsten Treffen im November

Hier der Vorschlag für die nächsten Treffen, wie wir ihn beim letzten Treffen angedacht haben:

Lesefragen findet ihr jetzt wieder im Menuepunkt Lesefragen!

Sitzung am 09.11. Sechster Abschnitt – Der Arbeitslohn (Die Kapitel 17. bis 20.)

S.557-564 Verwandlung von Wert resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn
S.565-573 Der Zeitlohn
S.574-582 Der Stücklohn (Auslassung S.580-582)
S.583-588 Nationale Verschiedenheit der Arbeitslöhne (Auslassung S.585-588)

als Zugabe könnt ihr euch auch nochmal die Seiten 280/281, 284-286 angucken, da werden die Zumutungen des Arbeitsprozesses nochmal gut beschrieben (Das sind zwei Textstellen aus den Auslassungen, die ich euch nicht vorenthalten will)

Sitzung am 16.11. Kooperation, Teilung der Arbeit und Maschinerie (Kapitel 11,12 und 13)

Kapitel 11
S.341-355

Kapitel 12
Zur Teilung der Arbeit und zum Gesamtarbeiter habe ich noch folgende interessante Stellen in Kapitel 12 – Teilung der Arbeit und Manufaktur gefunden: S.364-366, 369-371, 376/377, 384unten

Kapitel 13
S.391-394, 398-400, 407/408, 412, 414, 425-435, 442-450, 466-469, 530

das ist jetzt viel Text, der aber nicht sonderlich schwerverständlich ist, wir gucken einfach wie weit wir kommen