Vorbereitung 12. Sitzung (23.03.2018)

Wir treffen uns wieder bei den Wirtschaftswissenschaften, Seminarraum 16.

Einige waren nicht da – für euch lohnt sich ein Blick in das Sitzungsarchiv (11. Sitzung) ganz am Ende oder direkt unter diesem Post, denn das Fetischkapitel fällt schwer. Das liegt an den Wust-Sätzen, die man sich einfach mal aufschreiben muss. Wir steigen also wieder ein in die Seite 86 (die wir visualisiert haben), versuchen die Fetischismusdefinition aus S. 86 unten rauszuarbeiten, klamüsern S. 88 oben auseinander (was wird da widergespiegelt? als was wird es widergespiegelt?), und widmen uns dann auch den Vergleichen mit anderen Gesellschaftsformen: Wie sind sind Menschen dort vergesellschaftet, abstrakt oder konkret und über welches “Medium” oder “Verhältnis” genau?

Ein paar der alten Fragen waren:

  1. Was bedeutet eigentlich das Wort Fetisch? Zur Inspiration hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Fetischismus_(Religion)
  2. Was wird den Dingen als “gesellschaftliche Natureigenschaft” zugeschrieben? (Achtung Wortspiel)
  3. Was heißt “sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen”?
  4. Was wissen die Menschen nicht und tun es trotzdem? Das ist übrigens ein Bibelzitat aus dem Lukasevangelium, passt auch, weil bald Ostern ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_letzte_Worte
  5. Wer handelt? Die Waren oder die Menschen?
  6. Was meint Marx mit “objektiven Gedankenformen”?

11. Sitzung (16.03.2018) Der Fetischcharakter der Ware

Kapitel 4 des ersten Abschnitts: Der Fetischcharakter der Ware

Weil in der ersten Auflage des Kapital (wir lesen ja die vierte) das Fetischkapitel noch kein eigenständiges Kapitel war, sondern der Fetischismus der Ware als “vierte Eigentümlichkeit der Äquivalentform” behandelt wurde, haben wir uns nochmal die 3 Eigentümlichkeiten der Äquivalentform vergegenwärtigt. Was war nochmal diesie Äquivalentform? Richtig, der Rock (wenn wir in der einfachen Wertform denken), die Ware auf der rechten Seite der Gleichung, die ja nur dafür da ist den Wert der Leinwand auszudrücken –  beziehungsweise das Geld (wenn wir in der Geldform denken, also Abschnitt D aus der Wertformanalyse).

Eine Definition dieser vierten Eigentümlichkeit, also des Fetischismus, steht noch aus, man kann sie nur indirekt herleiten, von S. 86 unten, aber das steht noch aus, denn: wir haben die verwirrenden Sätze auseinanderklamüsert, die auf S. 86 stehen. Das lohnt sich; zusätzlich lohnt es sich, sich die Betonung klarzumachen, sie ist hier rot unterstrichen:

Am Ende kommt im Grunde raus, dass das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen eine phantasmagorische Form annimmt, nämlich die Form eines Verhältnisses von Dingen. Deshalb treten auch die Waren bislang immer als Akteure auf, sie sind die Subjekte und nich die Objekte – anstatt dass die Menschen die Subjekte wären.

Wir haben uns außerdem bewusst gemacht, dass Marx einen stilistischen Schwenk macht: Vorher bemühte er ganz viele Metaphern und Analogien aus dem naturwissenschaftlichen Bereich (Chemie und Physik): “Atome Gebrauchswert”, “Gallerte”, “Mikroskop”, “Schwere von Körpern”. Jetzt kommen die Metaphern vor allem aus dem Bereich der Religion und Spiritualität: “theologische Mucken”, “sie wissen es nicht aber sie tun es” (s. Jesus: “Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun”), “sinnlich übersinnlich”.

Außerdem ist der historische Kontext bemerkenswert, in dem Marx dieses Kapitel verfasst: Der Kolonialismus wütet; vermeintlich aufgeklärte Europäer*innen treffen auf vermeintlich primitive Wilde, die Gegenstände anbeten. Marx führt diesen Herrenmenschen nun vor, dass sie in ihrer gesellschaftlichen Praxis nichts anderes tun als einem Fetischismus zu frönen: dem Wert, vor allem in seiner dinglichen Erscheinungsform des Geldes.

Vorbereitung 10.Sitzung (09.03.2018)

Wir befinden uns weiterhin mitten in der Wertformanalyse wollen die aber am kommenden Freitag abschließen. Dafür lest nochmal die entscheidenden Stellen zu den 3 Eigentümlichkeiten der Äquivalentform Seite 70-74.

Wir treffen uns wie den ganzen März über wieder bei den WiWis im Seminarraum 16 im dritten Stockwerk.