Neu im Sitzungsarchiv

DERZEIT (Semesterferien) TREFFEN WIR UNS BEI DEN WIWIS IM SEMINARRAUM 16. NUR KARFREITAG FÄLLT AUS, SONST TREFFEN WIR UNS WEITER. AM 13.4. GIBT ES EINE WIEDERHOLUNGSSITZUNG MIT ZUSAMMENFASSUNG, DAMIT ALLE WIEDER MITEINSTEIGEN KÖNNEN.

Wir versuchen relativ zeitnah immer die vergangene Sitzung nochmal zusammenfassend im Sitzungsarchiv wiederzugeben. Das ist auch als Protokoll zu verstehen, was ja von euch gewünscht war. Dort Verweisen wir dann ggf. auch auf die Menüpunkte Begriffsbestimmungen oder Inputs.

9.Sitzung 02.03.2018

Die Wertform oder der Tauschwert – aka Wertformanalyse

Wir haben die Übergänge von der einfachen zur totalen zur allgemeinen Wertform zur Geldform besprochen – was im Kapital die Abschnitte A, B, C und D sind. Bevor wir in die Tiefe gehen können, haben wir uns jetzt also einen Überblick über das Kapitel erarbeitet, über den Gang der Argumentation. Eine wesentliche Sache mussten wir uns vergegenwärtigen: Wir befinden uns im Kapitalismus und nur für diesen gilt diese Wertformanalyse. Das heißt: Abschnitt A ist nicht, was die Römer gemacht haben oder so und Abschnitt C dann irgendwann in der industriellen Revolution und D dann um 1850. SO IST ES NICHT GEMEINT, auch wenn Marx auf S. 80 zu so einer Interpretation ein wenig einlädt (Achtung: Marx kritisch lesen;-)). Stattdessen macht Marx einen “Freeze” des damaligen – bereits kapitalistischen – Status quo und seziert diesen. Auch er hatte bereits, wie wir heute, D als Realität vor Augen: wir versuchen im Supermarkt nicht n Paar Schuhe gegen Käse zu tauschen, sondern geben dem Kassierer Geld. Aber anders als die bürgerlichen Ökonomen nimmt Marx das nicht einfach als Ausgangspunkt oder Tatsache hin, sondern fragt wie es zu D logisch überhaupt kommt. Er seziert also D und weist nach, dass D nichts anderes ist als A, dann B, dann C.

Zusätzlich haben wir uns das Verhältnis von logischer und historischer Darstellungsweise in der Wertformanalyse (vgl. S.80) angeschaut, wo Marx historische Andeutungen macht, und dabei kurz erwähnt wie das die verschiedenen Lesarten handhaben: Für die traditionell-marxistische Lesart mit ihrem teleologischen Geschichtsverständnis entspricht die logische Darstellungsweise der historischen Abfolge (also: Ganz früher gab es schon A, dann wurde die Gesellschaft komplexer und es gab B und dann C und dann haben sich die Produktivkräfte so krass entwickelt, dass es zu D kommen musste). Der Neuen Marxlektüre kommt es eher nur auf die logische Entwicklung der Wertform zur Geldform an, ihr historisches Zustandekommen interessiert sie nicht, was ihrem wenig ausgeprägten Interesse am historischen Entstehungs-/Konstitutionsprozess des Kapitalismus entspricht. Die Wertkritk hingegen betrachtet sowohl die logische als auch die historische Analyse, sagt aber dass diese gegenläufig waren, es sich historisch also anders zugetragen hat als es sich logisch darstellt, was ihrem kontingenten Geschichtsverständnis entspricht.

Die 3 Eigentümlichkeiten sind noch nicht geklärt worden, nächstes Mal dann aber wirklich. ???? Und geklärt ist auch noch überhaupt nicht abschließend, was Marx mit dem Kapitel eigentlich ja verpricht: Warum in aller Welt nimmt der Wert nun genau diese Form des Geldes an (das haben wir immerhin halb geklärt) UND wie genau hängt nun “Arbeit” mit dem Geld zusammen (das fällt nämlich meistens ziemlich unter den Tisch, ist aber wesentlich!)?

Die ausgefüllte Tabelle findet ihr bei den Begriffsbestimmungen.